• corinneliberto

Perspektivenwechsel

Aktualisiert: 25. Nov 2019

Erst wenn man es aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, gibt es ein ganzheitliches Bild. Das gilt auch für die Markenwerte einer Unternehmung – insbesondere für die relevanten Marktvorteile.



Warum Perspektivenwechsel?

Man kann nie alles wissen. Es gibt Leute, die arbeiten seit Jahren am gleichen Ort und kennen alles rund um ihren Arbeitsplatz. Dann kommt ein «Grünschnabel» und stellt komische Fragen. Fragen, die man sich so noch nie gestellt hat. Mit der Zeit wird der «Grünschnabel» Teil des Teams. Viel hat er von den alten Hasen gelernt. Im Optimalfall haben auch die anderen vom Neuzugang profitiert.


Das gegenseitige Verständnis wird durch Perspektivenwechsel gefördert. Man sieht, dass andere eine Situation anders angehen. Gemeinsam komplettiert sich das Bild. Gemeinsam werden Lösungen gefunden. Dieses Verständnis entsteht nur, wenn beide Seiten miteinander kommunizieren, offen sind und versuchen, die Sichtweise und Argumentation des Gegenübers zu verstehen.


Manchmal öffnet einem jemand die Augen und erweitert den Blickwinkel. Oft haben wir eine selektive Wahrnehmung. Während ich den Arbeitstag als schlechten Tag klassiere, erzählt mein Teammitglied von einem erfolgreichen und zufriedenen Tag. Wie kann das sein? Meine Wahrnehmung konzentriert sich auf das Meeting am Morgen, das zu lange dauerte und das Brainstorming, dessen Themen wir noch nicht priorisiert haben. Mein Teamkollege denkt: Es hat sich gelohnt, noch den letzten Punkt zu klären in der Sitzung, auch wenn es etwas länger gedauert hat. Und im Brainstorming sind schon viele Ideen zusammen gekommen, da können wir sicher etwas Gutes daraus entwickeln. Je nach Blickwinkel ist es ein guter oder ein schlechter Tag – Sie haben jeden Tag die Wahl!

Mit dem Feedback von anderen kann auch ein Abgleich zwischen Selbst- und Fremdbild stattfinden. Ich habe mein Selbstbild im Kopf und erst durch das Feedback von aussen sehe ich, ob das Fremdbild gleich/ähnlich ist oder ganz andere Wahrnehmungen im Vordergrund stehen. Dieser Abgleich von Selbst- und Fremdbild kann für eine Person, aber auch für die zentralen Werte eines Unternehmens gemacht werden.




Ein Perspektivenwechsel bringt auch immer Spannung in den Alltag. Ein Film mit immer gleicher Perspektive ist langweilig. Close-Ups und andere Pespektivenwechsel machen den Film erst lebendig und spannend. Während das obere Bild aus der Frosch-Perspektive nur einen Teil zeigt, sieht man hier unten von der Seite das ganze Panorama. Beide Bilder haben ihre Details und ihren Charme, aber erst zusammen spüre ich so richtig die Morgenstimmung und die kleinen Wellen, die das Schilf zum rascheln bringen….


Wie die Perspektive wechseln?

Mit einer positiven Grundeinstellung und dem Ziel, Neues dazu zu lernen, kann fast nichts mehr schief gehen. Einerseits können Sie Erkenntnisse durch Beobachten generieren. Andererseits können Sie direkt ein Feedback einfordern. Wenn Sie als Unternehmen eine Rückmeldung möchten, können Sie das an allen Touch Points tun. Was manchmal im Alltagstrott etwas schwieriger ist: aus den Gewohnheiten ausbrechen. Die Dinge extra «anders» zu machen und zu sehen, was dann «anders» läuft, wo Probleme oder Fragen auftauchen.


Andere Ansichten kann man besser verstehen, wenn man vom gleichen Punkt aus schaut. Das bedeutet, man versucht die gleiche Position/Einstellung des Gegenübers einzunehmen (gedanklich). Natürlich braucht das Vorstellungsvermögen, aber das kann man sich antrainieren. Weitere Erklärungen hierzu finden Sie hier.


Ich selbst gehe regelmässig in der Natur joggen. Die Bewegung hilft mir, über Grundsätzliches nachzudenken. Und die frische Luft bringt auch einen frischen Wind in meine Gedanken. Für manche Themen habe ich unterwegs eine Lösung gefunden, an denen ich mir vorher die Zähne ausgebissen habe. Für manche Dinge habe ich unterwegs den Mut gefunden, die ich vorher nicht angepackt hatte.


Wer sieht es aus anderer Perspektive?

Wenn Sie für Ihr Unternehmen die Anspruchsgruppen definieren und von diesen jeweils ihre Perspektive auf die Firma anschauen, dann haben Sie ein 360°-Bild. Beispiele von Anspruchsgruppen sind Mitarbeitende, Aktienbesitzer, Lieferanten, Vertriebspartner, Berufsverbände, Politiker, Mitbewerber …und natürlich Kunden. Jede der Anspruchsgruppen hat ein Bedürfnis, eine Erwartung und eine Wahrnehmung über Ihr Unternehmen. Und genau hier können Sie Ihr Selbstbild der Firma mit dem Fremdbild der verschiedenen Gruppen abgleichen.

Natürlich muss man Prioritäten setzen. Man kann nicht alle Wünsche erfüllen. Von den verschiedenen Anspruchsgruppen (Stakeholdern) kann man durch Priorisierung eine Art Landkarte erstellen. Eine Landkarte hat ein Relief, das die verschiedenen Perspektiven abbildet. Man kann ein Tal vom Berg her nach unten anschauen, oder aber unten im Tal stehen und zum Gipfel hinauf blicken. Ein Beispiel hierfür sind die beiden Fotos. Die gleiche Treppe ist zweimal abgebildet, einfach aus unterschiedlichen Perspektiven.

Wichtig ist, dass Sie wissen, von welcher Position Ihr Unternehmen in die Landkarte blickt. Mehr über die einzelnen Gruppen und Landkarten finden Sie hier.


Was bringt mir das?

Wenn ich weiss, wer meine Anspruchsgruppen sind und was sie von mir erwarten, kann ich Angebote besser daran ausrichten. Damit ist nicht nur das Produkt für den Kunden gemeint, sondern z.B. auch die Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende oder Konditionen für Partner usw. Aber nicht nur das: Mit bewusstem Perspektivenwechsel können Sie noch viel tiefer im Unternehmen ansetzen, nämlich direkt an der Wurzel. Sie können Ihre Markenidentität (Eigenbild) mit dem Markenimage (Fremdbild) abgleichen und erhalten so die Essenz dessen, was Ihr Unternehmen wirklich ausmacht und auch als relevant wahrgenommen wird im Markt.


Wo setze ich an?

Für einen Abgleich zwischen der Innen- und Aussensicht braucht es zuerst einmal eine eigene Meinung – das Selbstbild. Für ein Unternehmen sind dies die zentralen Werte (aus Sicht des Unternehmens). Diese Grundwerte können in einem Markensteuerrad abgebildet werden. Dieses dient als Leitfaden zur Marketing-Orientierung. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.


Nun haben Sie im Markensteuerrad aber (nur) Ihre Sicht von innen heraus. Viel mehr erfahren Sie, wenn Sie nun die Anspruchsgruppen zu den Grundwerten befragen (Aussensicht). Ein Perspektivenwechsel ermöglicht, die relevanten Marktvorteile auszumachen. Erst jetzt wissen Sie, was Ihr Unternehmen aus Sicht der Stakeholder ausmacht und wo Sie sich von Mitbewerbern abheben. Oft sind es keine Produktmerkmale, sondern Soft-Faktoren, die den Unterschied machen.


Wann machen Sie den ersten Schritt?

Machen Sie es heute anders als an anderen Tagen. Packen Sie das Thema Markenidentität an. Der erste Schritt könnte sein, dass Sie die acht Fragen des Identitäters beantworten und so die ersten Puzzleteile für Ihr 360°-Bild erhalten. Ziel ist, Klarheit über Stakeholder und Grundwerte zu erhalten und die relevanten Marktvorteile zu erkennen. Wagen Sie den ersten Schritt auf dem Weg zu einem klaren Unternehmensprofil!

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